Wachsam sein

für Demokratien und gegen Ausgrenzung

Mit einem gemeinsamen Appell gegen Ausgrenzung protestieren Sozial- und Fachverbände gegen eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion zu "Straftaten und Gefahrenpotential von psychisch kranken Flüchtlingen".

Unter dem Motto "Wachsam sein. Für Demokratie und gegen Ausgrenzung" veröffentlichte die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer heutigen Freitagsausgabe eine Anzeige, mit der sich der AWO Bundesverband gemeinsam mit anderen 26 Verbänden an einer Anzeige beteiligt.

Die Verbände erklären gemeinsam, dass in der AfD-Anfrage „eine willkürliche Verbindung zwischen Straftaten von Einzelnen, psychischer Erkrankung und Menschen auf der Flucht konstruiert wird“.


Wir sind empört über die Anfrage der AfD im Deutschen Bundestag zu „Straftaten und dem Ge-fahrenpotential von psychisch kranken Flüchtlingen“. Die Fraktion erkundigt sich vordergründig und ausgehend von Einzelfällen nach Daten über eine aus ihrer Sicht vermeintliche Bedrohung der Gesellschaft.

Die Partei verfolgt damit jedoch ein anderes Ziel: Um Ängste in der Bevölkerung zu schüren, wird eine willkürliche Verbindung zwischen Straftaten von Einzelnen, psychischer Erkrankung und Menschen auf der Flucht konstruiert. Geflüchtete Menschen, die traumatisiert oder psychisch krank sind, werden damit unter Generalverdacht gestellt. Das ist unerträglich und verletzt ganz bewusst alle Regeln des Anstands und soll politische Meinungsbildung auf Basis von Sachlichkeit und Grund- und Menschenrechten sabotieren. Das können und wollen wir in einer offenen, tole-ranten und friedlichen Gesellschaft nicht akzeptieren.

Diese Anfrage schließt in ihrer demonstrativ menschenfeindlichen Gesinnung an die unwürdige Anfrage der AfD im vergangenen Jahr an, in der ein Bezug zwischen Inzucht, Migration und Be-hinderung hergestellt wurde.

Als Verbände der Zivilgesellschaft positionieren wir uns erneut und sehr entschieden gegen jeg-liche Diskriminierung, Ausgrenzung und Bedrohung von geflüchteten Menschen und Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung. Wir rufen die Bevölkerung auf, wachsam zu sein und nicht zuzulassen, dass bestimmte Gesellschaftsgruppen als Instrument einer Politik der Aus-grenzung missbraucht werden.

Berlin, den 22.11.2019

V.i.S.d.P.: Dr. Thorsten Hinz, Geschäftsführer, Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e. V., Reinhardtstraße 13, 10117 Berlin

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