Wohlfahrtsverbände begrüßen Azubi-Ticket und appelieren an Landesregierung, den Sozialfaktor nicht zu vergessen

Schwerin, 24.01.2020

Die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Mecklenburg-Vorpommern e.V. begrüßt den Vorstoß der Landesregierung, Mittel für das Azubi-Ticket frei zu machen. Dabei dürfe man den großen Sozialsektor und die Freiwilligendienstleistenden im Land aber nicht vergessen.

„Wir freuen uns über das Engagement aus Politik und Wirtschaft bezüglich der Einführung eines Azubi-Tickets im öffentlichen Personennahverkehr“, sagt Steffen Feldmann, Vorsitzender der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Mecklenburg-Vorpommern e.V., nicht zu vergessen sei dabei die Rolle der Sozialwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern als Teil des Wirtschaftssystems und bedeutender Wirtschaftsfaktor. „Auch im sozialen Bereich werden dringend Fachkräfte und Auszubildende gebraucht“, so Feldmann.

Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege sind nicht nur Dienstleister, sie sind auch Arbeitgeber und bilden junge Menschen aus, beispielsweise in der Altenhilfe, in der Pflege, in der Eingliederungshilfe, in Krankenhäusern oder in der Kinder- und Jugendhilfe. Neben den Azubis machen sich zusätzlich unter dem Dach der Wohlfahrtsverbände in Mecklenburg-Vorpommern täglich rund 1000 Freiwilligendienstleistende im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) oder eines Bundesfreiwilligendienstes (BFD) auf den Weg zu ihrer Einsatzstelle. „Sie bringen sich durch ihr Engagement in sozialen, ökologischen und kulturellen Einrichtungen des Landes auf nicht zu unterschätzende Weise in die Gesellschaft ein“, sagt der LIGA-Vorsitzende. Ohne ihren Einsatz könnten insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels viele Aufgaben gar nicht gestemmt werden.


Einsatzstellen sind beispielsweise Krankenhäuser, Kindertagesstätten, Schulen und Horte, Jugendfreizeiteinrichtungen, Wohnheime und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Kleider- und Möbelbörsen oder Seniorenbetreuung. Für ihren sechs bis 18 Monate dauernden Einsatz bekommen die Freiwilligendienstleistenden nur ein kleines Taschengeld, von dem sie in der Regel auch ihre täglichen Fahrtkosten bezahlen müssen.

„Vor dem Hintergrund der Fachkräftesicherung in Mecklenburg-Vorpommern wäre ein kostenfreies Ticket im öffentlichen Nahverkehr für Azubis und Freiwilligendienstleistende das Gebot der Stunde“, fordert Feldmann. Bereits vor zwei Jahren hatten Freiwilligendienstleistende von FSJ, FÖJ und BFD aller Verbände in Mecklenburg-Vorpommern mit einer „Petition Freiwilligenticket“ von der Politik eine Vergünstigung im Nahverkehr gefordert. „Diese Forderung erheben wir erneut“.

Die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege

In der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege haben sich die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Zentrale Wohlfahrtsstelle der Juden in Mecklenburg-Vorpommern zusammengeschlossen. Die LIGA nimmt zentrale Koordinierungsaufgaben wahr und steht für Landesgremien und Institutionen als zentraler Ansprechpartner zur Verfügung. Sie bündelt die Interessen und Bedarfe Betroffener und Hilfebedürftiger, um sie gegenüber Politik und Kostenträgern des Landes zu vertreten. Sie setzt sich für einheitliche Standards und eine hohe Qualität in Beratung, Förderung, Bildung und Pflege hilfebedürftiger Menschen ein. In ihren Einrichtungen und Organisationen arbeiten mehr als 54.000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie werden von ca. 8.000 Ehrenamtlichen unterstützt.

Pressekontakt:
Mathias Thees
Caritasverband für das Erzbistum Hamburg e. V.
Am Grünen Tal 50, 19063 Schwerin
Tel.: 0385 59179-27, Mobil: 0151 12480973, E-Mail: mathias.thees@caritas-im-norden.de

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