Die Arbeiterwohlfahrt in Mecklenburg-Vorpommern trauert

 
Langjährigen Landesvorsitzenden der AWO M-V Rudolf BorchertUwe Kunik Landesvorsitzender AWO MV

Rudolf Borchert hat sich seit 1990 als Mitglied der Arbeiterwohlfahrt leidenschaftlich für unsere Grundwerte Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz eingesetzt.

Nach dem Studium an der Humboldt-Universität Berlin war er in seiner Heimatstadt Waren als Lehrer für Sport, Geografie und Geschichte tätig. 1990 war er Mitbegründer der AWO in Waren und von 1995 bis 1998 Geschäftsführer des AWO Kreisverbandes Mecklenburg-Strelitz und dann von 1998 bis 2016 Landtagsabgeordneter der SPD.

2012 wurde Rudolf Borchert zum Vorsitzenden des AWO Landesverbandes Mecklenburg- Vorpommern gewählt. Er hat wesentlich zur Stärkung unseres Mitgliederverbandes beigetragen. Denken wir nur an die Ehrenamtskampagne 2015. Rudi hat immer betont, dass die AWO in Kitas oder Pflegeheimen nicht nur soziale Dienstleistungen erbringt, sondern mit der Arbeit der vielen Ehrenamtlichen auch wesentlich zum Zusammenhalt in unserer Gesellschaft beiträgt.

Selbstbewusst und mit starker Stimme hat er Einfluss auf die Sozialpolitik im Land genommen. Sei es für eine bessere Personalausstattung in den Kitas, mit seinem stetigen Werben für ein Wohlfahrtsgesetz oder beim Kampf gegen Armut.

Gleich zu Beginn seiner Arbeit als Landesvorsitzender initiierte er den Forschungsbericht über die „Aspekte der Armut in Mecklenburg-Vorpommern“, der im Land für ein erhebliches Maß an Aufmerksamkeit gesorgt hat. Ihm ging es um gesellschaftliche Teilhabe. Für ihn war klar: Je mehr Menschen durch Armut ausgegrenzt werden, desto stärker wird der soziale Zusammenhalt und letztlich die Demokratie gefährdet. Deshalb geht Armut uns alle an, hat er stets betont.

Als ehemaliger Geschichtslehrer lag ihm auch die historische Aufarbeitung der AWO am Herzen. Er hat die Chronik der AWO zum 25. Jahrestag der Wiedergründung der AWO hier im Land auf den Weg gebracht und maßgeblich mitgestaltet. Noch am 22. September, auf unserem Festakt zum 100. Jubiläum der AWO hat Rudi leidenschaftlich für weitere historische Forschungen geworben, zum Wirken der AWO während der Weimarer Republik hier im Lande.

Wir haben mit Rudi gemeinsam viele Jahre für die gute Sache gekämpft. Seine Ausdauer, seine Beharrlichkeit, seine Warmherzigkeit, seine Freundlichkeit und seine unerschütterliche Zuversicht werden uns in Erinnerung bleiben. Er war uns ein guter Freund und treuer Wegbegleiter.